Jens Kerbel

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Hans Krása

 

BRUNDIBAR

  


Libretto von Adolf Hoffmeister

Prolog mit Auszügen aus dem Liederzyklus ‚Theresienstädter Tagebuch‘ von Wilfried Hiller (Texte von Alexander Jensen nach Dokumenten von Kindern des Konzentrationslagers Theresienstadt)

 

 

 

Die Geschwister Aninka und Pepíček sorgen sich um ihre kranke Mutter. Für die vom Arzt verordnete frische Milch reicht das Geld der Familie nicht. Als Aninka und Pepíček aber auf dem Marktplatz den Leierkastenmann Brundibár beobachten, der mit seinem Drehorgelspiel Geld verdient, kommen die Geschwister auf die Idee, ebenfalls durch Straßenmusik die Milch für ihre Mutter zu finanzieren. Mit ihrem Gesang haben die beiden jedoch keinen Erfolg. Ihre Stimmen gehen im Trubel unter und schließlich verjagt Brundibár auch noch seine Konkurrenten vom Markt. Mutlos legen sich die beiden Kinder unter einer Straßenlaterne schlafen. Doch plötzlich erscheinen ein Spatz, eine Katze und ein Hund und bieten Aninka und Pepíček ihre Hilfe an. Gemeinsam wollen sie den bösen Brundibár vertreiben und das nötige Geld für die Milch verdienen. 1941 heimlich in einem jüdischen Kinderheim in Prag uraufgeführt, ist das Werk durch seine Aufführungsgeschichte im Konzentrationslager Theresienstadt berühmt geworden: Über 55 Mal führten die im Ghetto internierten Kinder ‚Brundibár‘ auf, sodass diese kleine und intime Kinderoper zum Fanal für Mut und Hoffnung in aussichtsloser Zeit und größter Not wurde. Auch wenn viele der mitwirkenden Kinder sowie der Komponist Hans Krása selbst in Auschwitz den Tod fanden, wurde der Finalchor in ‚Brundibár‘ „Ihr müsst auf Freundschaft bau’n, den Weg gemeinsam geh’n“ zur heimlichen Hymne Theresienstadts, die bis heute an Menschlichkeit und Solidarität gemahnt. Krásas Oper wird mit Chorliedern aus Wilfried Hillers ‚Theresienstädter Tagebuch‘ ergänzt – einem Liederzyklus für Jugendchor, der auf Texten von Kindern aus dem Ghetto Theresienstadt basiert.

 

Musikalische Leitung: Thomas Honickel

Inszenierung: Jens Kerbel

Ausstattung: Larissa Moreno

Dramaturgie: Christina Schmiedl

 

Mit: KS Paul Brady (Brundibar); KangHelden des Oldenburgischen Staatstheaters; Oldenburgisches Staatsorchester

 

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Muskalisch und darstellerisch packen alle Akteure beherzt zu, aber es gelingen viele feine Untertöne inmitten des lebhaften Bühnengeschehens. Zu Recht werden junge Sängerinnen und Sänger und erfahrene Instrumentalisten ausgiebig gefeiert." (Nordwest Zeitung)

 

Dass [...] die Geschichte selbst in dieser Inszenierung die Ambivalenz zwischen märchenhafter Leichtigkeit im Schatten des Terrors und einer sanft subversiven Botschaft von der Macht des Kollektivs subtil austariert, macht den Oldenburger ,Brundibár' zu einem bewegenden Erlebnis." (Kreiszeitung)